Die Hochschule Ansbach erlebt im Wintersemester 2025/26 geradezu einen Ansturm an Erstsemestern. So viele Studierende wie noch nie sind auf dem Campus unterwegs. Doch das bringt auch Probleme – vor allem, wenn es um Parkplatz und Mensa geht.
Mittwoch, kurz nach 13:30 Uhr. In der Mensa gibt es Putenschnitzel und Nudeln. Die Tische sind fast alle besetzt. Eine lange Schlange an Studierenden zieht sich von der Essensausgabe über den Eingangsbereich bis nach draußen auf den Vorplatz. Die Türen sind verstopft. Wer rein oder raus möchte, muss sich durchdrängeln. Einige Studierende kehren beim Anblick dieser Menschenmassen gleich wieder um.
Was die Studierenden dazu sagen:
„Also Parkplatz ist so ein bisschen klein, würd ich sagen. Wohnraum, wenn man hierherziehen möchte, ist auch ein bisschen tricky. Aber sonst, den Campus an sich finde ich sehr schön.“
„Der Parkplatz ist schon ein bisschen kritisch, das stimmt. Wenn man mit dem Auto anreist. Und eng.“
„Mensa könnte größer sein.“
„Die Bib ist eigentlich gut zugänglich. Wobei bei den Stoßzeiten in den Prüfungszeiten etc. kämpft man um die Einzelräume. Aber sonst findet man eigentlich immer einen Sitzplatz, würde ich sagen.“
„Parkplatz wird von Jahr zu Jahr schlimmer. Okay – ich bin jetzt erst ein Jahr da. Aber dieses Jahr bekomme ich unter der Woche vielleicht einmal einen Parkplatz, wenn ich eine Dreiviertelstunde früher da bin. Also ist nicht so geil.“
„Ja, also generell ist es so, dass am Anfang vom Semester natürlich immer mehr los ist und dann flacht es ab. Aber ich habe jetzt schon auch mitbekommen, dass eben viel mehr Erstsemester gekommen sind und so. Was ja durchaus auch ein Problem ist mit Wohnraum in der Stadt, weil der halt nicht so mitwächst, wie die Studierendenzahlen so schnell.“
Woher der Ansturm?
Grund für die Engpässe ist wahrscheinlich der neue Studierendenrekord an der Hochschule. Rund 4200 Menschen studieren im Wintersemester 2025/26 in Ansbach – so viele wie noch nie. Das liegt vor allem an den vielen Erstsemestern. Rund 1220 sind es nämlich.
Aber woher kommt dieser Ansturm? Wie die Hochschulleitung bestätigt, konnten aufgrund von lockeren NC-Regeln mehr Studienanfänger einen Platz in Ansbach ergattern. Und das macht sich auch gleich bemerkbar: Nach der Begrüßung haben nicht mal die Ersti-Tüten für alle gereicht. Was auf der einen Seite ein Beweis für die Attraktivität der Hochschule ist, könnte auf Dauer aber auch zum Problem werden, denn Mensa, Bibliothek, Parkplatz und Co. wachsen nicht mit.

Besonders in der Mitte der Woche ist der Hochschulparkplatz oft überfüllt. Die Ampel leuchtet rot, Studierende müssen sich außerhalb der Hochschule einen Stellplatz suchen. Das führt aber immer wieder zu Konflikten mit Anwohnern der umliegenden Siedlungen. Hier parken nämlich Studierende die Straßen zu. Wie die FLZ berichtet, fordern daher einige Stimmen im Ansbacher Stadtrat Parkgebühren auf den Straßen rund um die Hochschule. Ob das Ganze umsetzbar ist, prüft die Stadtverwaltung.
Statement von Markus Paul
Markus Paul ist Vizepräsident der Hochschule. Er sehe vor allem bei den Vorlesungsräumen eine gute Kapazität. Die neuen Räumlichkeiten im oberen Teil des Brückencenters können so wörtlich „die Studierendenzahlen bewältigen“. Aus den drei Fakultäten gebe es laut Paul bisher keine Rückmeldungen über Engpässe in der Lehre. Also: in den Vorlesungen scheint bisher alles noch reibungslos zu funktionieren. Könnte sich das aber bei zunehmenden Zahlen auch ändern? Und ist nicht vielleicht irgendwann das absolute Limit erreicht?
Statement der Hochschule
Einige Studiengänge, wie zum Beispiel Angewandte Wirtschaft- und Medienpsychologie, haben sicher im aktuellen Studienjahr ihre Grenzen des Möglichen erreicht, andere Studiengänge haben sicher noch Spielraum. In den nächsten Jahren soll – auch mit Blick auf Studierende aus dem Ausland – die Anzahl der Studierenden noch erweitert werden. Dies kann aber nur in Abstimmung mit der Wohnraumsituation, den Kapazitäten der Hochschule und weiteren Grundvoraussetzungen passieren.
-Michael Lang, Pressesprecher der Hochschule Ansbach
Die Hochschule will also versuchen, Wachstum und Qualität unter einen Hut zu bekommen. Dafür gibt es laut Lang auch schon zahlreiche Befragungen von Studierenden, wie z.B. die Bewertung von Lehrpersonen.
Durch die Hightech-Agenda Bayern stehe der Hochschule außerdem mehr Geld für Personal und Ausstattung zur Verfügung. Inwieweit das aber die Wohnsituation und die Kapazitäten verbessern kann, bleibt offen.
Und wo finde ich jetzt einen Parkplatz?
Wer sein Auto während der Vorlesungen abstellen will, auch wenn der Hochschulparkplatz voll ist, hat zwei Möglichkeiten. Zum einen der Aquella-Parkplatz: Kostenlos, dafür braucht man aber etwa 10 Minuten zu Fuß bis zum Campus. Auch Pressesprecher Lang empfiehlt diese Möglichkeit. Gemütlicher, dafür aber deutlich teurer ist der Brückencenter-Parkplatz. Egal ob außen, im Parkhaus oder in der Tiefgarage, für fünf Stunden Parkspaß zahlt man hier knapp zehn Euro.
Lösungsvorschläge der Studis:
„Man könnte sich eventuell überlegen ob man mit dem Brückencenter kooperieren kann, dass Studis da irgendwie ne Möglichkeit haben zu Parken. Weil vor allem jetzt, mit den ganzen neuen Erstsemestern is… Schlimm.
-Studentin der Hochschule Ansbach
Die erste Kooperation mit dem Brückencenter wäre es ja nicht – schließlich befindet sich auch das 66er-Gebäude in den Räumlichkeiten des Einkaufscenters. Über ein Treppenhaus ist die Hochschule sogar mit dem Parkhaus verbunden.
Ob das aber realisiert werden kann, ist bisher unklar. So bleibt bei einem vollen Parkplatz als kostenlose Alternative nur das Aquella. Und wer eine Schlange an der Mensa umgehen will, kann zum Beispiel auf die Pool-Bar im 92er-Gebäude ausweichen.
Mit ein bisschen Umweg sind die Engpässe also noch erträglich – die Frage ist nur: Wie lange noch? Bisher scheint darauf noch niemand so wirklich eine Antwort zu haben.
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