Ausbildung in Triesdorf: Innovation zwischen Tradition und Gummistiefeln

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Dieser Beitrag wurde von einer Schülerin der FOS / BOS Triesdorf im Rahmen eines einjährigen Projekts zum Thema Medienkompetenz gemeinsam mit Redakteur:innen von Rabbit Radio recherchiert und produziert. Er ist Teil einer ganzen, von Schüler:innen gestalteten Sendung.

Triesdorf. Ein Ort, in dem gefühlt mehr Kühe als Einwohner leben. Alte Traktoren und Gummistiefel statt süßen Cafes und Shopping-Malls. Doch hinter dem dörflichen ersten Eindruck entwickeln Menschen hier Ideen für die Zukunft der Landwirtschaft – dafür gibt es ein eigenes eingerichtetes modernes Ausbildungszentrum.

Markus Heinz ist Direktor der landwirtschaftlichen Lehranstalten – und weiß bestens über die heimlichen guten Seiten des Örtchens Bescheid.

Markus Heinz:

Für mich zeichnet Triesdorf aus, dass es sehr weltoffen ist. Und dass man natürlich einen Schwerpunkt in der Landwirtschaft hat, aber auch erkannt hat, dass sich die Gesellschaft ändert. Somit können wir sehr schnell die Themen Umwelt, erneuerbare Energien, aufnehmen – also eigentlich alle Themen, die die Menschheit in Zukunft beschäftigen.

Standortvorteil Land: Flucht aus der Stadt?

Gerade zukünftig könnte der ländliche Standort ein Vorteil für die landwirtschaftlichen Lehranstalten in Triesdorf sein. Immer mehr Menschen ziehen weg aus den Städten – und raus aufs Land. Ein Trend, der Markus Heinz zugutekommt.

Markus Heinz:

Ich glaube, die Zukunftswünsche sind, dass wir unsere Schülerzahlen stabilisieren können, weil wir durch den demografischen Wandel davon ausgehen, dass wir insgesamt weniger Schüler haben. Aber wir hoffen, dass unsere Einrichtungen so attraktiv sind, um das Ganze zu halten.

Und dass genug Schüler kommen, ist essenziell. Denn hier in Triesdorf geht es schon heute darum, Probleme von morgen zu lösen.

Markus Heinz:

Für mich ist das Ausschlaggebende, dass wir die Schülerzahlen halten, dass wir attraktiv in den Themen bleiben und dass wir auch einen Beitrag für die Gesellschaft leisten – um den Mehrwert der Landnutzung in die Gesellschaft zu bringen.

Praxisorientierte Ausbildung: Schule trifft Hightech

Direkt in Triesdorf bietet die Bildungseinrichtung eine Vielzahl von Kursen speziell für Schüler an. Dabei stehen praxisnahe Themen aus der Landwirtschaft und Agrarwirtschaft im Mittelpunkt – von Grundlagen der Pflanzen- und Tierproduktion bis hin zu modernen Technologien und Nachhaltigkeit.

Markus Heinz:

Wir als landwirtschaftliche Lehranstalt des Bezirks Mittelfranken sind dafür verantwortlich, praktische Ausbildung zu machen. Dass wir hier Unterricht machen im Bereich Landtechnik, im Bereich Tierproduktion – und man eigentlich so die Schule mit Praxis verbindet. Und das ist eigentlich unser Auftrag, dass man das auch zukünftig attraktiv gestalten.

Vom Acker auf den Teller: Regionale Vermarktung

Die Vermarktung der Produkte in Triesdorf erfolgt auf vielfältige Weise. Es gibt auch eine Reihe von Spezialitäten, die über den Hofladen und Partnerbetriebe verfügbar sind. Die Vielfalt der angebotenen Produkte spiegelt die enge Verbindung zwischen Erzeugung und Region wider.

Markus Heinz:

Es gibt Produkte, die wir klassisch vermarkten. Zum Beispiel unsere Tiere. Dann aber auch die Milch, die an die Molkerei vermarktet wird. Und außerdem, dass wir eigene Produkte selber veredeln. Wie zum Beispiel ein Teil der Milch, der hier in die Molkerei geht und aus der dann Triesdorfer Käse hergestellt wird.

Aber auch unsere Äpfel aus den Apfelplantagen. Da wir hier Säfte herstellen, ist es natürlich naheliegend, dass man auch Brennerei hier hat, sodass man auch Produkte erwerben kann wie Destillate und Liköre. Die vermarkten wir einfach über unseren Hofladen .

Zusätzlich gibt es Produkte, die natürlich auch in unserer Mensa verarbeitet werden, sodass man hier die Lücke schließt mit regionaler Erzeugung.