Mehr als nur Kühe und Hörsäle: Triesdorf blickt auf eine fürstliche Vergangenheit zurück. Doch wie wurde aus einer barocken Sommerresidenz eigentlich eines der wichtigsten Bildungszentren Bayerns? David hat sich auf Spurensuche zwischen Schlössern und Stallungen begeben.
Triesdorf – ein kleiner Ort im Herzen Mittelfrankens, heute vor allem als Bildungsstandort bekannt. Doch seine Wurzeln reichen tief ins Mittelalter zurück. Was viele nicht wissen: Triesdorf war einst ein fürstlicher Herrschaftssitz – und das spürt man bis heute.
Markus Heinz
Das ist das Weiße Schloss, das ist eins der ersten Gebäude, dann natürlich auch das alte Reithaus, was sehr prägend ist und auch das Rote Schloss. Besonders entscheidend für die Geschichte Triesdorfs war, dass es urkundlich erwähnt ist – 1450 mit dem Seckendorff-Schloss. Ein weiterer Meilenstein ist dann, dass 1600 das Areal durch die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach erworben wurde – und dass sie hier eine Sommerresidenz errichtet haben.
Fast 200 Jahre lang prägte die Markgrafenzeit das Gesicht Triesdorfs. 1791 verließen die Markgrafen den Ort, nachdem Graf Alexander die Markgrafschaft verkauft hatte und nach England gezogen war. Nach einigen politischen Veränderungen kam die Markgrafschaft zuerst zu Preußen und wurde nach den napoleonischen Kriegen Teil des Königreichs Bayern. Ab 1848 wurde Triesdorf dann zu einem wichtigen Bildungszentrum.
Markus Heinz
Der Grundstein für das heutige Bildungszentrum wurde dann 1848 gelegt – die königliche Kreis-Ackerbauschule mit damals 13 Schülerinnen und Schülern.
Heute kommen über 3.000 junge Menschen nach Triesdorf, um hier zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Dabei sind sie immer umgeben von der Geschichte des Ortes: Noch heute nutzt der Campus teilweise historische Gebäude aus dem 17. Jahrhundert. Und auch in der Ausbildung sind die historischen Einflüsse aus dem 19. Jahrhundert noch erkennbar.
Markus Heinz
Man hat hier die Schafe von Spanien und Frankreich hierhergebracht, die bis heute Bestandteil unserer Ausbildung sind. Dann hat man sehr stark Pferdezucht betrieben in der heutigen Mensa. Das war der Marschstall.
Schon im 18. Jahrhundert entwickelte sich Triesdorf zu einem Zentrum für Tierzucht und Landwirtschaft – mit internationalen Einflüssen. Die Ausbildung vor Ort war damals wie heute eng mit der Praxis verbunden.
Markus Heinz
Man hat englisches Vollblut hier gezüchtet und typisch für Triesdorf oder allgemein bekannt ist der sogenannte Triesdorfer Tiger oder das Ansbach-Triesdorfer Rind. Und aus diesen vielen Rassen ist das typische Ansbach-Triesdorfer Rind entstanden, das heute noch sehr rar ist, vertreten in der Landwirtschaft. Aber wenige Tiere sind bei uns noch im Stall.
Bis heute spiegelt sich die Geschichte des Ortes nicht nur in den Gebäuden und der Ausbildung, sondern auch im Motto der landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf wider:
Markus Heinz
„Tradition, Region und Innovation“ und für diese drei Themen stehen wir sowohl in der Vergangenheit als auch heute noch.
Von Schlössern bis zur innovativen Ausbildung – Triesdorf ist ein Ort, an dem die Geschichte bis heute spürbar ist und sich ständig weiterentwickelt.
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