Die Stichwahl am 22.03.2026 in Ansbach entscheidet über das Bürgermeisteramt zwischen Thomas Deffner und Hans-Jürgen Eff. Alle Infos zu ihren Plänen.
Bei der Kommunalwahl am 8.03.26 hat keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit geholt. Daher gibt es nun eine Stichwahl. Unsere Autorin Lisa Holtz hat sich mit beiden Kandidaten getroffen und jeweils über ihre Ziele für Ansbach und über wichtige Themen für junge Menschen in der Stadt gesprochen.
Die Kandidaten

Thomas Deffner
59 Jahre
Oberbürgermeister

Hans-Jürgen Eff
57 Jahre
Fahrschulinhaber
Das haben die Kandidaten zu sagen
Welche Möglichkeiten sehen Sie zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs in der zukünftigen Verkehrspolitik der Stadt?
Deffner: Wir haben aufgrund unserer Größe vor allem unattraktive Schleifen. Wir versuchen jeden Bürger, der in einem Stadteil wohnt, mit dem ÖPNV anzubinden. In Zukunft wird es auch Expresslinien geben, zum Beispiel zum Klinikum. Da wir in ein paar Jahren den ÖPNV neu ausschreiben müssen, werden die Kosten des ÖPNV in den nächsten Jahren steigen. Daher müssen wir neue Konzepte erarbeiten und auch an Autonomes Fahren denken. Wir haben derzeit noch genügend Busfahrer, aber das kann sich in Zukunft auch ändern.
Eff: Ich will den öffentlichen Nahverkehr perfektionieren. Jedoch sind die Löhne zu hoch und es gibt zu wenige Busfahrer. Also wenn die jungen Leute möchten, dass der öffentliche Nahverkehr ausgebaut wird, dann werdet bitte Busfahrer. Langfristig gesehen wären Elektrobusse und autonome Busse ein Thema. Autonome Busse, die sternförmig kleine Strecken hin- und zurückfahren. Beispielsweise vom Bahnhof zum Krankenhaus.
Wie stehen Sie zur derzeitigen Radinfrastruktur (z. B. Radwege und Verkehrssicherheit) in Ansbach?
Deffner: Wir erreichen hier nach und nach eine Verbesserung. Vieles im Kleinen wie zum Beispiel Aufstellflächen vor Ampeln. Aber wir bauen auch Fahrradwege: Zum Beispiel von Unteraichenbach nach Eyb, da gab es bisher keinen. Außerdem geht der Bau von Fahrradwegen in weitere Ortsteile wie Gösseldorf oder Wolfartswinden in Planung. Da machen wir alles Zug um Zug.
Eff: Ich bin im Umwelt-Verkehrsausschuss, dort habe ich auch die Erweiterung und Ausbau aller Radwege in Ansbach mitbeschlossen. Auch die Markierungen der Wege – auch wenn sie mir nicht unbedingt gefallen. Die Ideen sind nicht immer unbedingt pragmatisch, auch nicht immer sinnvoll, aber besser als gar nichts. Ich hätte die Fahrradfahrer für den Verkehrsfluss und ihre Sicherheit gerne weg von der Straße.
Und wie sieht es mit Leihrädern aus, wie sie es in anderen Städten gibt?
Deffner: Wir haben schon versucht solche Räder zu bekommen. Bisher sagen uns die Anbieter dieser Projekte – wie CityBike und die Bahn – Ansbach sei zu klein, das wäre für sie unattraktiv, machen sie nicht. Wir werden an dem Thema dranbleiben und immer wieder bei Interessenten anfragen, die das bei uns machen möchten. Vielleicht findet da jetzt mal ein Umdenken statt und es wird in Zukunft besser. Ich würde mich freuen, wenn das klappt.
Eff: Das wäre schön, wenn man abends nach dem Feiern beispielsweise nach Hennenbach fahren könnte. Da fährt kein Taxi. Da brauchen wir aber einen Betreiber. Wir sind zwar im VGN eingebunden, aber für die Leihräder sei Ansbach dann wieder zu klein.
Viele Studierende, Azubis und Singles haben Schwierigkeiten, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Die BAföG-Pauschale deckt mit 380 Euro die Miete oft nicht. Welche Strategien verfolgen Sie, um hier in Ansbach ein besseres Angebot zu schaffen?
Deffner: Wir haben ein neues Baugebiet oben bei der Klinik erworben, das wir für Bauträger ausschreiben. Es sind auch kleinere Wohneinheiten vorgesehen, von denen unter anderem auch die Studenten etwas haben. Die Wohnungen müssen aber bezahlbar bleiben. Daher wird hier auf einen einfacheres und dadurch günstigeres Bauen gesetzt.
Auch kaufen wir als Stadt vorhandene Gebäude auf und sanieren diese – wenn möglich – entsprechend zu Sozialwohnungen.
Eff: Jetzt kommt die sarkastische, humorvolle Variante meines Lebens: Als erstes würde ich die Studenten verpflichten, dass sie einen Nebenjob annehmen, damit sie auch Geld verdienen, um die Gebühren zu bezahlen. Und zwar nicht, weil ich negativ bin, sondern weil Arbeiten bedeutet in den Kontakt und ins Gespräch miteinander zu kommen. Zum Wohnungsbau: Ich baue keine Sozialwohnungen als Stadt dazu. Die Zeiten sind vorbei. Studenten und alle anderen Bürgerinnen und Bürger wollen in Ansbach Wohnraum. Das Wort bezahlbar muss ich leider rauslassen, denn was ist bezahlbar? Der eine sagt fünf Euro für den Quadratmeter, der nächste sagt 15 Euro.
Wir haben einen großen Aufholbedarf beim Wohnungsbau. Die jetzt schon beantragten Bauanträge, die stillstehen, die kann ich unterstützen. Und ich würde den schon bestehenden leeren Wohnraum nutzen und Gebäude aufstocken, also ein Stockwerk drauf setzen lassen.
Fehlt Ihrer Meinung nach etwas an Freizeit- und Kulturangeboten für Studierende und junge Erwachsene in Ansbach und was würden Sie tun, um das Angebot attraktiver zu gestalten?
Deffner: Kneipen und Bars haben wir eigentlich viele. Was der Stadt fehlt, ist ein größerer Club zum Tanzen. Das hatten wir mal mit dem Alpenmax, da muss aber der Betreiber die Brandschutzmängel lösen. Da sind uns als Stadt die Hände gebunden.
Wenn jemand auf uns zu kommt und eine Halle anbietet und eine Disco eröffnen möchte, gerne.
Eff: Als Bürgermeister macht man keinen Club auf. Es gibt jedoch viele junge Menschen mit guten Ideen. Ich würde sagen: Komm mit deiner Idee vorbei, lass mich die sehen. Ich möchte unterstützen und ich möchte, dass das funktioniert.
Wie würden Sie die Innenstadt besser gegen Hitze schützen und die Aufenthaltsqualität dort verbessern?
Deffner: Bäume in der Innenstadt würde ich mir am Martin-Luther-Platz wünschen. Das ist nur schwierig umzusetzen, weil wir massive Leitungspakete im Untergrund haben, auf die wir keine Bäume setzen können. Wie wir das mit großen Pflanzkübel lösen können, um da mehr Grün reinzubringen? Da müssen wir uns mit dem Wochenmarkt und deren Vorgaben abstimmen und wir brauchen natürlich auch mehr Personal, das die Bäume pflegt. Da müssen wir dann neue Wege gehen und zum Beispiel auch zum Gießen mit den Landwirten zusammenarbeiten.
Wir haben bei den Spielplätzen angefangen, Sonnensegel zu errichten. Für Pfosten von Sonnensegeln in der Innenstadt müssten wir zum Beispiel in der Neustadt den gesamten Untergrund wieder aufbrechen, und das macht das teilweise schwierig. Am Martin-Luther-Platz wäre das leichter umzusetzen, aufgrund des Kopfsteinpflasters und dem Sand darunter.
Eff: Grüne Oasen sind das Ziel. Du kannst ja mit großen Kübeln arbeiten, die du aber da wirklich geschlossen wie so eine Insel baust. Die dann innerhalb der Kübel einen eigenen Mikrokosmos, ein Mikroklima schaffen. Egal ob Sonne oder Wind, du hast Schutz. Das Ganze dann aber unabhängig von Cafés. Es könnten auch Ideen mit Segeln oder anderen Themen kommen.
Was sagen Sie: Warum sollten die Ansbacher Bürger:innen Sie wählen?
Deffner: „Ich stehe für Ehrlichkeit, für Aufrichtigkeit und ich verspreche nichts, was nicht geht.“
Eff: „Wer mich wählt, geht ein Risiko ein. Das stimmt. Aber die Frage lautet: Wenn ich im Bett liegen bleibe und das Haus nicht verlassen, habe ich dann kein Risiko?“
Wichtiges zur Wahl
Die Wahl findet am 22.03.2026 statt. Alle Bürger:innen der Stadt Ansbach können erneut wählen gehen. Entweder im Wahllokal oder per Briefwahl.
Wer im Wahllokal seine Stimme abgeben möchte, benötigt entweder seine Wahlbenachrichtigung oder – falls diese schon bei der Hauptwahl abgegeben wurde – seinen Personalausweis. Wichtig ist, dass man noch im Wahlverzeichnis steht, also in Ansbach gemeldet ist.
Auch eine Briefwahl ist möglich. Wer für die Wahl am 8.3. schon eine Briefwahl beantragt und ein Kreuz bei „auch für eine mögliche Stichwahl“ gesetzt hat, sollte die Unterlagen automatisch bekommen haben. Alle anderen müssen diese nochmal beantragen oder zur Urnenwahl gehen. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Webseite der Stadt Ansbach. Wichtig: Der Brief muss am 22.03 vor 18 Uhr bei der Stadt Ansbach eingegangen sein!
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