Martin Luther King: Warum sein Erbe heute mehr ist als nur ein Traum

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Worte als einzige Waffe: Zum 97. Geburtstag von Martin Luther King Jr. blicken wir hinter die Ikone. Wie schaffte es ein junger Pastor, ein System der Segregation allein durch gewaltlosen Widerstand ins Wanken zu bringen?


Heute, am 15. Januar, wäre er 97 Jahre alt geworden. Martin Luther King Jr. Sein Name steht für eine Stimme, die die Welt veränderte. Eine Stimme gegen Rassismus, für Gleichheit, für Frieden. Doch hinter dem Symbol steckt ein Mensch, ein Prediger, ein Sohn und ein Vater – mit Hoffnungen, Zweifeln und Mut.

„I have a dream that one day this nation will rise up and live out the true meaning of its creed.
We hold these truths to be self-evident: that all men are created equal.“

Martin Luther King Jr., Washington 1963
Schwarz-weißes Porträt von Martin Luther King Jr., der nachdenklich und konzentriert an einem Rednerpult lehnt, aufgenommen während einer Pressekonferenz im Jahr 1964.

Quelle: (Marion S. Trikosko / Library of Congress, gemeinfrei via Wikimedia)

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Martin_Luther_King_press_conference_01269u_edit.jpg
Foto: Martin Luther King Jr. bei einer Pressekonferenz 1964 (Marion S. Trikosko / Library of Congress, gemeinfrei via Wikimedia)


„I have a dream“. Vier Worte, beim Marsch auf Washington 1963, die zusammen mit King in die Geschichte eingingen. Doch der „Traum“ begann lange vor jenem Tag im August in Washington.

Der Funke von Montgomery: Vom Pastor zum Sprecher


Martin Luther King Jr. wurde 1929 in Atlanta, Georgia, geboren. In einer Zeit, in der schwarze Amerikaner noch in getrennten Schulen lernten, in getrennten Bussen saßen und oft in Armut lebten.

Sein Vater war Baptistenpastor, seine Mutter Lehrerin. Mit nur 15 Jahren begann er Theologie zu studieren. In dieser Welt des Unrechts lernte King früh, dass seine Worte eine Waffe sein können. Eine friedliche.

1955, Montgomery, Alabama. Eine Frau weigert sich, ihren Sitzplatz für einen weißen Mann zu räumen. Ihre Festnahme wird zum Funken, der eine Bewegung entfacht. Ihr Name ist Rosa Parks.


Martin Luther King Jr., damals gerade 26 Jahre alt und Pastor in Montgomery, wird Sprecher des Busboykotts. Über 380 Tage weigern sich schwarze Bürger, mit den städtischen Bussen zu fahren. Trotz Drohungen, Anschlägen und Verhaftungen halten sie durch – friedlich.


„Let us fight passionately and unrelentingly for the goals of justice and peace. But let`s be sure that our hands are clean in this struggle.“

Martin Luther King, Rede in Montgomery, 1957

Ein Kampf ohne Gewalt

„Lasst uns leidenschaftlich und unerbittlich für Gerechtigkeit und Frieden kämpfen.“ Seine pazifistische Haltung wird in seiner Rede 1957 in Montgomery ein weiteres Mal deutlich. Mit eben dieser Haltung erobert King die Herzen vieler Amerikaner, zieht aber gleichzeitig den Hass von Gegnern auf sich.

Kings gewaltfreier Kampf findet nicht nur Bewunderer. Er wird immer wieder bedroht, verhaftet und sein Haus wird mehrfach angegriffen. Trotzdem macht er weiter.
1964 erhält er mit gerade mal 35 Jahren den Friedensnobelpreis. Und auch seine Rede in Oslo bleibt unvergessen.


„I accept this award on behalf of a civil rights movement, which is moving with determination.“

Martin Luther King, 1964 in Oslo


  • Der Mauerfall – Friedlich zur Freiheit

    Der Mauerfall – Friedlich zur Freiheit

    Am 9. November 1989 fiel nicht nur die Berliner Mauer. Der Tag ist der Höhepunkt einer langen Zeit der friedlichen Proteste. Mit dabei war damals auch Ulrich Gagelmann, der seine Freiheit für mehr Mitbestimmung aufs Spiel setzte.


Mord in Memphis

Am 4. April 1968 hält sich Martin Luther King in Memphis auf. Er will streikende Müllarbeiter unterstützen, für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen.
Am Abend steht er auf dem Balkon seines Motels. In wenigen Stunden soll er predigen. Zu dieser Predigt wird es nie kommen. Ein einzelner Schuss. Martin Luther King Jr. ist tot. Er wird nur 39 Jahre alt.

Mehr als ein halbes Jahrhundert später erinnert man sich immer noch an seine Worte. Heute vielleicht mehr denn je. Martin Luther King sagte einmal, er wolle nicht für seine Errungenschaften in Erinnerung bleiben. Sondern dafür, dass er versucht hat, Menschen zu dienen.


Vielleicht ist genau das seine größte Lehre. Und vielleicht auch genau das, woran wir uns erinnern sollten.

  • Jana Sindel

    Hey there! Ich bin Jana, Redakteurin beim Rabbit Radio. Ich liebe Biologie, Sozialwissenschaften, Sprachen und alles was mit Musik zu tun hat 🎶

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FAQ:

Wer war Martin Luther King? (Kurzfassung)

Martin Luther King Jr. war ein US-amerikanischer Baptistenpastor und der bekannteste Anführer der US-Bürgerrechtsbewegung. Er kämpfte in den 1950er und 60er Jahren mit gewaltfreien Mitteln gegen die Rassentrennung und für die soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung von Afroamerikanern. 1964 erhielt er dafür den Friedensnobelpreis.

Steckbrief:
Geburt: 15. Januar 1929 in Atlanta, Georgia.
Tod: 4. April 1968 in Memphis, Tennessee (ermordet).
Beruf: Pastor und Bürgerrechtler.
Bekannteste Rede: „I Have a Dream“ (1963).
Zentrales Ziel: Ende der Rassentrennung durch zivilen Ungehorsam.

Wann hat Martin Luther King gelebt?

Martin Luther King lebte in der Mitte des 20. Jahrhunderts, einer Ära des starken gesellschaftlichen Umbruchs in den USA. Er wurde 1929 geboren und starb im Jahr 1968. Seine aktivste Zeit als Anführer der Bürgerrechtsbewegung (Civil Rights Movement) war zwischen 1955 und 1968.

Wer hat Martin Luther King erschossen?

Martin Luther King wurde am 4. April 1968 auf dem Balkon des Lorraine Motels in Memphis durch einen Schuss tödlich verletzt. Als Attentäter wurde James Earl Ray verhaftet und verurteilt. Ray gestand die Tat zunächst, widerrief sein Geständnis jedoch später, was bis heute Raum für verschiedene Verschwörungstheorien lässt.