Lunar Eclipse: Indie-Rock-Band aus Treuchtlingen im Interview

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4–7 Minuten

Die Indie-Rock-Band „Lunar Eclipse“ im Interview bei Jan & Jana: Sebastian Renner und Mareike Fürbaß sprechen über ihren Weg von der Coverband zu eigenen Songs, gesellschaftskritische Texte gegen die Belanglosigkeit und wie ein erschossener Wels vom Brombachsee zum kuriosen Songthema wurde.


Hinweis: Das Gespräch war Teil der Radiosendung vom 15. Januar 2026 und wurde im Text von der Redaktion gekürzt. Die Originalfassung findet ihr im Audioplayer oben.


Rabbit Radio: Wahnsinnseinstieg, super Sound! Wer seid ihr und was macht ihr genau?

Sebastian Renner: Ja, wir sind Lunar Eclipse. Wir kommen aus Treuchtlingen und sind eine Indie-Rockband, die sich von einer Band, die gecovert hat, hin zur eigenen Musik entwickelt hat. Wir treten live auf und machen auch im Studio Musik.

Rabbit Radio: Wie habt ihr euch zusammengefunden?

Mareike Fürbaß: Wir haben uns alle in der Schule kennengelernt. Erst wir drei – Sebastian, Noah und ich – und dann kamen die anderen zwei, Simon und Christian, auch noch dazu. So wurden aus zwei Schulbands eine.

Rabbit Radio: Euer Name „Lunar Eclipse“ verbindet man mit Sternen und dem Mond. Wie kam es dazu?

Sebastian Renner: Das hat einen doppelten Boden. Früher haben wir immer den Namen „The Bottles“ genutzt, weil wir große Fans der Beatles sind und das lag als Wortwitz nahe. Aber als wir richtig auftreten wollten, brauchten wir einen gescheiten Namen. Unsere erste Bandprobe zu fünft war am 25. September 2024 – genau eine Woche nach einer Mondfinsternis. Das haben wir als Anlass genommen. Außerdem soll dieses Mystische, was die Mondfinsternis umgibt, auch in der Musik rüberkommen.


Vom Cover zum eigenen Song

Rabbit Radio: Ihr habt anfangs hauptsächlich Cover gespielt. Wie kam der Sprung zum Songwriting?

Sebastian Renner: Das Songwriting mache ich tatsächlich schon länger. Ich hatte irgendwann ein ganzes Büchlein voll mit eigenen Songs, die einfach rumlagen. Mareike meinte dann: „Wir haben so viele Songs geschrieben, lass die doch mal aktiv in die Bandprobe einbringen.“ Das war eine organische Entwicklung weg von der reinen Coverband hin zu unseren eigenen Singles und dem anstehenden Album.

Rabbit Radio: Wie ist da das Verhältnis bei euren Auftritten, wie viel Cover macht ihr noch, und wie viel eigene?

Sebastian Renner: Morgen (16. Januar 2026) haben wir zum Beispiel ein Konzert im „Lighthouse“ in Gunzenhausen. Da würde ich sagen: 60 % Cover und 40 % eigene Songs. Man muss auch auf die Stimmung achten, weil die Leute die eigenen Songs ja noch nicht so gut kennen.


„Wir wollen keine belanglose Musik machen. Viele Zeilen im Indie sind heute ‚Pseudo-Poesie‘ ohne Substanz. Wir wollen uns bewusst hinstellen und sagen: Wir haben uns Gedanken gemacht und behandeln gesellschaftliche Themen nicht nur oberflächlich.“Sebastian Renner über den Anspruch von Lunar Eclipse


Inspiration: Gesellschaftskritik und ein berüchtigter Wels

Rabbit Radio: Woher kommen eure Ideen für Lieder wie „Don’t believe in the truth“?

Sebastian Renner: Es gibt zwei Wege. Entweder man summt Melodien zur Gitarre, bis Texte kommen, und manchmal kommen da gute Texte, wo du dir denkst „oh, das hört sich ja wirklich deep an“. Oder man will bewusst ein gesellschaftlich spannendes Thema verarbeiten. Bei „Don’t believe in the Truth“ ging es um Kommentare auf Social Media von Leuten, die sich ihre Fakten als subjektive Meinungen zusammenschustern. Bei denen Fakten fast schon wie Meinungen werden, und Fakten fast schon subjektiviert werden. Dagegen im Song anzusingen, fand ich eine coole Sache.

Rabbit Radio: Ihr seid zu fünft – geht man sich da auch mal an den Kragen?

Mareike Fürbaß: Wir haben fast schon das Meme, dass die anderen mich manchmal ein bisschen nerven (lacht). Ich habe viel Stress durch die Uni und das Ehrenamt, und dann machen die sich einen Spaß daraus, mich auf die Palme zu bringen. Aber wir wissen alle, dass das lustig gemeint ist. Sonst sind wir sehr harmonisch unterwegs.

Rabbit Radio: Was macht der Rest von euch nebenbei?

Mareike Fürbaß: Sebastian, Noah und ich studieren, und die anderen zwei sind noch in der Schule.

Rabbit Radio: Wie regelt ihr das mit den Probenterminen bei dem Stress?

Mareike Fürbaß: In letzter Zeit schaffen wir es regelmäßig einmal die Woche, meistens am Wochenende. Aber es kann auch mal sein, dass wir drei Monate nicht vollständig sind, wenn jemand im Ausland ist.


Social Media und der virale Brombachsee-Wels

Rabbit Radio: Was macht ihr auf eurem Instagram-Kanal – der ist ja wirklich gut bespielt?

Sebastian Renner: Ganz unterschiedlich. Wir schauen uns aktuelle Trends an – zum Beispiel, was bei Rabbit Radio auf dem Account läuft, und machen trendy Videos nach, präsentieren aber auch unsere Songs und werben für Auftritte.

https://www.instagram.com/lunar_eclipseband

Rabbit Radio: Ich habe dort auch Werbung für einen Song über den Wels vom Brombachsee gesehen – der auch unseren Hörer:innen ein Begriff sein dürfte. Wie kommt man auf so ein kurioses Thema?

Mareike Fürbaß: Wir fahren nur 20 Minuten zum Brombachsee. Am Ende einer Probe hat Sebastian Klavier gespielt und ich habe angefangen drüber zu singen, weil der Wels gerade ein aktuelles Thema war. Dann haben wir gesagt: „Lass einen kompletten Song drüber schreiben und ein Video drehen.“ Das war sehr schnell gemacht.

Sebastian Renner: Das war als Gag gedacht und wird jetzt noch mal anständig aufgenommen, damit er in besserer Qualität auf Spotify kommt.



Gegen die Belanglosigkeit: Der Anspruch an die Texte

Rabbit Radio: Was ist euch bei eurer Band und eurer Musik am wichtigsten?

Sebastian Renner: Dass man keine belanglose Musik macht. Viele Zeilen in der Pop-Musik und gefühlt auch immer mehr im Indie sind heute so „Pseudo-Deep“ ohne Substanz. Wir wollen uns bewusst hinstellen und sagen: Wir haben uns Gedanken gemacht und behandeln gesellschaftliche oder emotionale Themen nicht nur oberflächlich.

Rabbit Radio: Wie fühlt es sich für dich an, Mareike, Texte zu schreiben?

Mareike Fürbaß: Ich schreibe Geschichten, fast wie eine Kurzgeschichte in Liedform. Ich verarbeite darin Sachen wie Liebeskummer. Das fließt meistens von selbst – wenn was kommt, dann kommt was.


Ziele: Musik als „Gemeinschafts-Gaudi“

Rabbit Radio: Was sind eure Ziele? Wohin geht die Reise?

Sebastian Renner: Ganz oben steht, weiterhin Spaß an der Musik zu haben. Reichweite und kommerzieller Erfolg stehen nicht im Mittelpunkt. Wir machen uns einen Ausflug und eine Gaudi aus den Auftritten. Wenn man Spaß an der Sache hat, kommen viele Dinge sicherlich von selber.

Rabbit Radio: Wollt ihr euren nächsten Song selber anmoderieren?

Mareike Fürbaß: Der nächste Song heißt „Ich tanze Walzer“. Das ist einer unserer wenigen deutschen Songs.

Sebastian Renner: Er erscheint heute Nacht um 0:00 Uhr pünktlich auf Spotify! Und wer uns live hören will: morgen (16. Januar 2026) um 19:30 Uhr im Lighthouse in Gunzenhausen.