„Am Ende zählt doch nur, dass man ein Dach über dem Kopf hat“, sagt Gashi. „Alles andere ist Nebensache.“ Malawi Gold und ihr Team sprechen bei Rabbit Radio über die Rapszene und was sie frustriert: Ellbogenmentalität, Einheitsbrei und der Druck nach dem schnellen Hit. Die Moderator*innen Leoni und Lukas sprechen mit den Rappern warum Rap…
Gashi: Meiner Meinung nach ist Deutschrap extrem im Arsch. Im Vergleich zu Amerika ist die Reichweite hier anders, und man wird anders behandelt. In Deutschland herrscht eine Ellbogen-Mentalität. Die Leute wollen sich nicht connecten, obwohl die Plattformen so viel Vielfalt bieten. Man könnte zusammenarbeiten, sich in der Mitte treffen und coole Projekte machen, aber dieses Gemeinschaftsgefühl fehlt leider völlig.

Die Geschichte hinter „Sie war das Licht“
In seinem Song thematisiert Malawi den „typischen Mann“, der viele Fehler macht und den Wert seiner Partnerin erst erkennt, wenn es zu spät ist. Der Track soll dazu anregen, Menschen, die man liebt, nicht als selbstverständlich zu sehen, sondern sie rechtzeitig wertzuschätzen.
Leoni: Geht es euch in euren Texten eher um solche Botschaften oder um die Verarbeitung eigener Erlebnisse?
Malawi: Beides. Ein Grund, warum Deutschrap „am Arsch“ ist, ist das Streben nach dem schnellen Hit. Alle machen das Gleiche nach, benutzen dieselben Wörter und die Musik verliert an Wert. Mir fehlt die Authentizität – dass Künstler mehr über sich selbst, ihre Vergangenheit und ihr echtes Leben erzählen.
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Deutschrap ist nicht im Arsch. Er ist überfordert.
„Deutschrap ist im Arsch“ – kaum ein Satz fällt schneller. Doch stimmt das wirklich? Dieser Longread zeigt, warum das Gefühl von Niedergang trügt, wie Algorithmen unsere Wahrnehmung verzerren und weshalb Deutschrap heute lebendiger ist, als viele glauben.
Rap als Schulfach?
Rap entstehe dabei nicht beiläufig, sondern durch bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Themen. Wenn es ihm schlecht gehe, arbeite er im Studio an neuer Musik – ein Prozess, der auch seiner psychischen Gesundheit helfe. Malawi erzählt „Ich bin ohne Eltern Groß geworden und musste sehr früh erwachsen werden“.
Für Schüler*innen wünscht sich Malawi Gold, dass Raptexte im Deutschunterricht stärker berücksichtigt werden. Sie böten viele Ansatzpunkte für Interpretation und könnten jungen Menschen einen anderen Zugang zu Sprache und Literatur eröffnen.
„Unser Team ist wie eine Familie – egal ob Musik oder private Probleme“
Phil Beats: Ich habe Gashi 2022 durch einen Freund in Darmstadt kennengelernt. Wir waren zusammen im Studio und der Vibe hat sofort gepasst. Malawi kam dann etwa ein Jahr später dazu. Meine Beats passen einfach perfekt zu ihrem Stil.
Lukas: Ein großes Thema im Rap ist die „Realness“. Was bedeutet das für euch?
Malawi: Einfach so zu sein, wie man ist, und sich nicht zu verstellen. Am Anfang habe ich auch so getan, als wäre ich ein Gangster, weil ich zu den Älteren am Block aufgeschaut habe, die dicke Autos fuhren. Aber mit der Reife merkt man, dass Statussymbole nicht alles sind.
Gashi: Es ist schade, dass auf Plattformen wie TikTok so viel mit Reichtum geprahlt wird. Am Ende zählt nur, dass man ein Dach über dem Kopf und etwas zu essen hat. Alles andere ist Nebensache.
Leoni: Euer neuer Track heißt „Balkon“. Was hat es damit auf sich?
Gashi: Der Song ist der Soundtrack für eine Miniserie unseres Videografen Sergeart. Es geht um zwei ukrainische Jungs in Deutschland. Die Message ist: Es ist egal, woher du kommst oder welche Religion du hast – wichtig sind Respekt und Manieren.
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