Das Café Prinzregent ist zurück – und komplett neu! Zwei junge Quereinsteiger wagen den Sprung. Im Rabbit Radio-Interview erzählen sie, warum die Sanierung teurer war als gedacht und was für die Zukunft geplant ist.
Eine andere Theke, gemütliche neue Möbel, die Wände in Petrol und Beige gestrichen.
Die Kultkneipe in Ansbach war fast 8 Jahre lang in Betrieb, bis die Nachricht von der Schließung kam. Die ehemaligen Besitzer Andreas Schneider und seine Frau Maria Kaiser waren sowohl bei Studierenden als auch bei Ansbacher*innen bekannt.
Nun haben Mert Parim und Cenk Doganay die Kneipe übernommen. Alicia Queck war für Rabbit Radio vor Ort, um mit den neuen Betreibern zu sprechen.
Von nichts zum neuen Café Prinzregent
Die Vorbereitung habe fast sechs Monate gedauert. Von der Schlüsselübergabe Anfang April bis zur Eröffnung am 9. Oktober haben die Cousins Mert und Cenk einige Hürden überwunden. Die beiden erzählen, dass sie alles von Grund auf neu machen mussten. Nach der Betriebsaufgabe hatten die Vorbesitzer durch eine Flohmarktaktion das Lokal vollständig geräumt. Auch Deko, die meistens von Besitzer zu Besitzer weitergegeben wurde, war nicht mehr da. Im Café Prinzregent ist jetzt also buchstäblich alles neu: von der Theke bis zur Heizung, vom Boden bis zu den Klopapierhaltern. Mit einem Schmunzeln erzählen sie, dass die Rundumsanierung teurer war als gedacht.
Die neuen Besitzer sind Mitte 20 und arbeiten Vollzeit. Cenk hat Psychologie studiert und arbeitet als Schulpsychologe an dem bfz Mittelfranken. Mert ist ausgebildeter Personaler und hat abseits vom Prinz einen Berufswechsel hinter sich, verrät er. Ihre Familien haben schon seit Jahren eigene Geschäfte in Ansbach. Und auch das Café Prinzregent ist als Immobilie schon seit 10 Jahren im Familienbesitz der Cousins, weshalb der Übergang zur Selbstständigkeit „ein bisschen naheliegender“ schien.

Foto: Lena Lampe für Rabbit Radio
Die kleine (große) Eröffnung
Ursprünglich hatten die beiden ein kleines Soft-Opening für einen Donnerstag geplant – bewusst ruhig, ohne großen Andrang. Doch der Plan ging nicht auf: Es war voller, als sie erwartet hatten, voller sogar, als sie bewältigen konnten. „Das ist einfach ein scheiß erster Eindruck, wenn man nach Hause geschickt wird und sich eigentlich freut, zum Café Prinzregent zu gehen“, sagt Cenk. Die Leute, die bleiben konnten, haben das neue Café Prinzregent sehr positiv aufgenommen, erzählt Cenk. Das mache auch den ein oder anderen Rückschlag während des Umbaus wieder gut.

Foto: Lena Lampe für Rabbit Radio
Keine Kompromisse bei Qualität
Neben der Qualität der Einrichtung hätten sie auch bei den Drinks auf einen hohen Standard geachtet, erzählen sie. Statt eines günstigen Sirups verwenden sie ein Püree mit hohem Fruchtgehalt. „Schließlich müssen wir dahinter stehen“, sagt Mert. Auf die Frage nach einer Drink-Empfehlung waren sich die Cousins schnell einig: Der Pornstar-Martini habe es ihnen angetan.
Alle Drinks, die im neuen Café Prinzregent angeboten werden, mischen Mert und Cenk selbst. Die Auswahl, was auf die Karte soll, ist den beiden allerdings nicht leichtgefallen. „Das war so ein bisschen ein Dilemma zwischen uns. Mert ist ein bisschen der, der gerne auf Nummer sicher geht und ich gehe gerne mit dem Kopf durch die Wand. Wir hatten am Anfang eine Getränkekarte, die war um 30, 40 Prozent größer“, erzählt Cenk.

Foto: Lena Lampe für Rabbit Radio
Zukunftsaussichten der Kultkneipe
Für die Zukunft haben sich die Cousins noch einiges vorgenommen. Irgendwann wollen sie auch Essen anbieten, verraten sie. Eine größere Karte, monatliche Veranstaltungen und Special-Drinks – das Prinz hat noch einiges in Petto. Für kreative Leute bieten sie zum Beispiel im Dezember ein „Drink and Draw“-Event unter der Anleitung eines Künstlers an. Begleitet wird es von live House & R&B Sounds.
Auf die Frage nach einer persönlichen Nachricht an unsere Leser*innen antwortet Mert: „Egal wer, bei uns ist jeder ist willkommen. Jeder soll sich selber ein Bild machen. Und wer Bock hat auf cooles Interieur, gute Musik, sehr leckere Drinks und guten Service, der ist bei uns richtig.“

Foto: Lena Lampe für Rabbit Radio

Foto: Lena Lampe für Rabbit Radio

Foto: Lena Lampe für Rabbit Radio
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